Stromkosten

Jeder Haushalt benötigt Energie. 2014 gaben die privaten Haushalte in der Bundesrepublik Deutschland ca. 69 Mrd. Euro für Strom, Gas und weitere Energieträger aus. Das entspricht einem Anteil von 7% an den gesamten Konsumausgaben.

Die Energiewende hat die Haushalte erreicht.

Heute beziehen rund 22% (2014) der Privathaushalte aus ihren Steckdosen Ökostrom. Gleichzeitig erlangt das Thema Energieeffizienz eine immer größere Bedeutung. Wie eine Umfrage der Initiative EnergieEffizienz zeigt, sind drei Viertel der Bevölkerung überzeugt, dass sie selbst aktiv zum Gelingen der Energiewende beitragen, indem sie ihren Stromverbrauch im Haushalt senken. So geben 55% der privaten Verbraucher an, 2015 Energieeffizienzmaßnahmen umgesetzt zu haben, um damit Strom und Energiekosten zu sparen.

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Die Stromerzeugung

In der Bundesrepublik bezogene Energie entstammt einem Mix unterschiedlicher Energieträger. Der Anteil erneuerbarer Energien ist 2014 auf 25,9% gestiegen, gefolgt von Braunkohle (24,8%), Steinkohle (18,9%) und Kernenergie (15,5%). In Deutschland decken diese Energieträger ca. 85% des Primärenergieverbrauchs.

Aufgrund der Endlichkeit fossiler Energieträger und den mit ihnen verbundenen hohen CO2-Emissionen erfolgt innerhalb des Energiemix eine Verschiebung hin zur Stromversorgung aus erneuerbaren Energien. Darüber hinaus wird verstärkt in Energieeffizienztechnologien investiert, die zukünftig eine langfristig kostengünstige, sichere und umweltfreundliche Energieversorgung sichern.

Strom wird unter anderem in Großkraftwerken aus Kohle, Gas und Öl erzeugt und hat somit Kohlendioxid-Emissionen zur Folge. Aus diesem Grund ist es notwendig, Strom besonders effizient zu nutzen. Das schont die Umwelt und führt darüber hinaus zu einer deutlichen Kostenersparnis.

Das Stromnetz

Deutschland verfügt über ein gut ausgebautes und verzweigtes Stromnetz. Dennoch sind die Anforderungen an das Stromnetz stetig gestiegen. Ursachen hierfür sind der erfolgreiche Ausbau regenerativer Stromerzeugung, steigende Stromübertragungsmengen und die damit verbundenen Netzbelastungen. Bis 2020 wird das deutsche Stromnetz deshalb in erheblichem Umfang ausgebaut und modernisiert.

Das Stromnetz unterscheidet zwei Ebenen: die Übertragungsnetze für einen deutschlandweiten und grenzüberschreitenden Transport von Strom über große Entfernungen sowie die regionalen Verteilernetze für den Stromtransport zu den Stromverbrauchern. Während die Übertragungsnetze von den vier Betreibern TenneT, 50Hertz Transmission, Amprion und TransnetBW unterhalten werden, sind die Verteilnetzbetreiber meist die ortsansässigen Grundversorger, wie die Stadtwerke. Derzeit gibt es über 900 Verteilnetzbetreiber in Deutschland.

Die Stromanbieter

Seit 1998 können Verbraucher ihren Stromanbieter wechseln und ihren persönlichen Strommix wählen. Heute präsentiert sich der Strommarkt für den Verbraucher sehr vielfältig. Über 1.200 Stromanbieter bieten die verschiedensten Tarife zum Stromkauf an – ob mit Ökostrom, besonders umweltfreundlich, besonders günstig oder regional aufgestellt, der Vergleich der Anbieter und ihrer Tarife lohnt sich. Bei den meisten Stromanbietern bestehen die Tarife aus zwei Bestandteilen, nämlich aus einer monatlichen Grundgebühr und dem Preis pro Kilowattstunde (kWh).

Viele Anbieter liefern Strom, der ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen stammt, also aus Wasser, Wind, Sonne oder Biomasse. Teilweise gehört auch Strom aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen dazu. Den jeweiligen Strommix, d.h. die Zusammensetzung des gelieferten Stroms aus den unterschiedlichen Energiequellen, muss der Stromanbieter transparent machen. In den meisten Fällen geben darüber Informationsmaterialien und die Website des Anbieters Auskunft.

Die Strompreisentwicklung

Seit 1992 sind die Preise für Haushaltsstrom kontinuierlich gestiegen. Der Stromverbrauch eines durchschnittlichen 4-Personen-Haushalts liegt bei rund 4.500 kWh im Jahr – das entspricht Stromkosten in Höhe von 1.080 Euro (bei einem Strompreis von 26 Cent/kWh [Stand 2013]).

Auf den Bereich der Haushaltsgroßgeräte  (z.B. Kühlschrank, Waschmaschine, Geschirrspülmaschine) entfallen 25 bis 45% des gesamten Stromverbrauchs. Geräte der Unterhaltungselektronik und Informationstechnologie haben einen Anteil von 10 bis 25%. Etwa 10% des Stroms werden für die Beleuchtung genutzt. Zusätzlich können elektrische Warmwasserbereitung oder Heizungspumpen einen nicht unerheblichen Anteil an der Stromrechnung ausmachen.

Bis zu einem Viertel des privaten Stromverbrauchs kann jeder Haushalt sparen. Und das ganz ohne Einbußen beim Komfort, einfach durch mehr Stromeffizienz: mit energieeffizienten Geräten und einer cleveren Nutzung.