Ökodesign-Anforderungen

Die Europäische Union gibt für energieverbrauchsrelevante Produkte Mindestanforderungen an die Energieeffizienz und weitere produktspezifische (Umwelt-)Eigenschaften vor. Hersteller müssen sich europaweit diese Ökodesign-Anforderungen halten.

Eco-Button an einer Waschmaschine

Ineffiziente Geräte verschwinden vom Markt

Ziel der EU-Ökodesign-Richtlinie ist es, die Umweltverträglichkeit energieverbrauchsrelevanter Produkte zu verbessern. Deshalb legt die EU durch europaweit gültige Verordnungen Mindestanforderungen an die Energieeffizienz von Produkten fest, begrenzt aber beispielsweise auch die deren Schadstoffemissionen. Der Ökodesign-Ansatz leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der europäischen Energie- und Klimaziele. Gleichzeitig sorgt er dafür, dass die Herstellerunternehmen energieeffiziente Produkte auf dem Markt bereitstellen.

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40 Produktgruppen bislang durch Ökodesign reguliert

Die erste EU-Ökodesign-Rahmenrichtlinie (2005/32/EG) wurde 2005 verabschiedet und betraf die umweltgerechte Gestaltung energiebetriebener Produkte. Mit ihrer Novellierung vom 21. Oktober 2009 wurde der Geltungsbereich der EU-Ökodesign-Rahmenrichtlinie (2009/125/EG) auf energieverbrauchsrelevante Produkte erweitert.

Von 2005 bis 2013 wurden auf Basis der EU-Ökodesign-Richtlinie 25 Produktgruppen reguliert. 2013 verabschiedete die EU fünf neue Verordnungen.

Das mehrstufige EU-Verfahren für Ökodesign-Vorschriften

Einheitliches europäisches Verfahren

Die Verabschiedung von Verordnungen für einzelne Produktgruppen nach der EU-Ökodesign-Richtlinie erfolgt nach einem festen Analyse-, Diskussions- und Entscheidungsprozess. Nach einer umfassenden Analyse der europaweiten Energieeinsparpotenziale einer spezifischen Produktgruppe wird entschieden, ob diese in das Arbeitsprogramm der EU aufgenommen wird. Produktspezifische „Vorstudien“ untersuchen die Marktsituation, Verbrauchergewohnheiten sowie die Marktfolgen und Wirkungen möglicher Mindestanforderungen an den Energieverbrauch. Neben den Einsparpotenzialen gibt es eine weitere Voraussetzung für die Verabschiedung von Mindestanforderungen nach der Ökodesign-Richtlinie: Jedes Jahr müssen mindestens 200.000 der jeweiligen Produkte auf den europäischen Markt gebracht werden. Zusätzlich muss sichergestellt sein, dass durch die gestellten Anforderungen keine Technologien vom Markt gedrängt werden, ohne dass es vergleichbare energieeffiziente Ersatzprodukte gibt.

Auf der Basis von Vorstudien sowie den Ergebnissen aus Konsultationsforen entwickelt die EU-Kommission einen Vorschlag für eine Verordnung. Über den Verordnungsentwurf stimmen die Vertreter der 28 EU-Mitgliedstaaten abschließend im Regelungsausschuss ab. EU-Parlament und EU-Rat haben danach noch die Möglichkeit, ihr Veto einzulegen. Erst dann treten die Verordnungen in Kraft und werden meist nach einem Jahr Übergangsfrist direkt in allen EU-Staaten wirksam.

Die Verabschiedung von EU-Ökodesignverordnungen für einzelne Produktgruppen erfolgt über sogenannte Durchführungsmaßnahmen (Verordnungen), die von einer qualifizierten Mehrheit der 28 Mitgliedstaaten verabschiedet werden müssen. Vor dieser Entscheidung wird ein mehrjähriger Rechtssetzungsprozess durchlaufen, an dem eine Vielzahl von Stakeholdern in unterschiedlichen Verfahrensschritten beteiligt ist.

Bei einigen Produktgruppen, wie z. B. bei Haushaltsgroßgeräten, werden die Mindestanforderungen der EU-Ökodesign-Richtlinie vom parallel eingeführten EU-Energielabel begleitet. Der Verbraucher erhält durch diese verpflichtende Kennzeichnung zusätzlich die Möglichkeit, die besonders energieeffizienten Geräte auf dem Markt zu identifizieren. Beide Instrumente zusammen haben in den vergangenen Jahren die Energieeffizienz der regulierten Produktgruppen bereits deutlich verbessert.

Die Verordnungen in allen Produktgruppen werden nach 3 bis 5 Jahren einer Revision unterzogen, um zu überprüfen, ob die Regelungen noch die beabsichtigten gewünschten Ziele erfüllen. 

60 TWh Stromeinsparung im Jahr aufgrund Ökodesign

Bereits 2010 hat die dena die absehbaren Energieeinsparungen durch die Ökodesign-Richtlinie analysiert. Für das Jahr 2020 wurde nur für Deutschland eine relative Endenergieeinsparung durch Ökodesign-Maßnahmen in neun betrachteten Produktgruppen in Höhe von zirka 60 Terrawattstunden pro Jahr ermittelt. 

Gleichzeitig wurde aber deutlich, dass trotz der hohen relativen Energieeinsparungen der Energieverbrauch insgesamt nicht sinkt. Durch die Steigerung von Anzahl, Größe und Funktionalitäten der Geräte sowie Veränderungen im Nutzerverhalten ist anzunehmen, dass der Stromverbrauch trotz besserer Energieeffizienz in den untersuchten Produktgruppen künftig insgesamt fast gleich bleibt (Zunahme um 0,4 TWh/a). Daher ist es umso wichtiger, mithilfe der EU-Ökodesign-Richtlinie bestehende Energieeffizienzpotenziale zu erschließen. 

Downloads

Broschüre: Energiespartipps für TV, PC & Co.

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Broschüre: Das EU-Energielabel – Entscheidungshilfe für Verbraucher

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Broschüre: Strom sparen im Haushalt

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Stromsparthemen