EU-Energielabel

In der Europäischen Union sind energieverbrauchsrelevante Produkte mit einem verbraucherfreundlichen Etikett gekennzeichnet – dem EU-Energielabel. Es ordnet Produkte in Energieeffizienzklassen ein und informiert mit Piktogrammen über die wichtigsten Eigenschaften.

EU-Energielabel sorgt für Transparenz bei Verbrauchern

Seit 1998 ist das EU-Energielabel europaweit im Einsatz und wird schrittweise für verschiedene Produktgruppen eingeführt. Heute gilt die Kennzeichnungspflicht bereits für Kühl- und Gefriergeräte, Staubsauger, Lampen und Leuchten, Waschmaschinen, Wasch- und Wäschetrockner, Elektrobacköfen, Dunstabzugshauben, Geschirrspüler, Klimageräte sowie Fernseher und Weinlagerschränke. Durch die Kennzeichnungspflicht nimmt der Marktanteil besonders energieeffizienter Geräte in vielen Produktgruppen stetig zu.

Energieeffiziente Produkte

Die Rechtsgrundlage

Die Kennzeichnungspflicht energieverbrauchrelevanter Produkte fußt auf der EU-Rahmenrichtlinie 30/2010/EU. Auf der Basis dieser Rahmenrichtlinie verabschiedet die EU-Kommission sogenannte „Delegierte Rechtsakte“. Erst diese Delegierten Rechtsakte legen fest, welche einzelnen Produktgruppen im Handel mit einem EU-Energielabel etikettiert werden müssen. Sie regeln beispielsweise die genaue Ausgestaltung des Labels und die Zuordnung der Energieeffizienzklassen für eine bestimmte Produktgruppe.

Europäische Rechtsvorschriften müssen innerhalb einer bestimmten Frist in nationale Rechtsvorschriften umgewandelt werden. Innerhalb dieser Frist dürfen die EU-Mitgliedstaaten keine Vorschriften erlassen, die geeignet sind, die Verwirklichung des in der Richtlinie vorgeschriebenen Zieles ernstlich in Frage zu stellen. In der Bundesrepublik wurde die, für die Energieverbrauchskennzeichnung relevante Vorschrift, die EU-Rahmenrichtlinie 30/2010/EU mit dem Energieverbrauchskennzeichnungsgesetz (EnVKG) vom 17. Mai 2012 und der Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (EnVKV) vom 30. Oktober 1997 in das deutsche Recht übertragen.

Die Relevanz dieser Vorschriften wird insbesondere vor dem Hintergrund deutlich, dass die Bundesrepublik der größte und wichtigste Markt der Europäischen Union ist. Auf ihm verschmelzen gesellschaftliche Herausforderungen, wie sie die Energiewende stellt, mit den Ansprüchen und Möglichkeiten der modernen Konsumgesellschaft. So stehen in 99,7% der deutschen Haushalte ein Kühlschrank, in 94,5% eine Waschmaschine und in zwei von drei Küchen eine Geschirrspülmaschine.

Ziel der Kennzeichnungspflicht

Die einheitlichen Vorschriften zur Darstellung des Energieverbrauchs sollen zu mehr Transparenz und einer besseren Vergleichbarkeit von Produkten innerhalb einer Produktgruppe führen. So soll Verbrauchern die Auswahl und der Kauf energieeffizienter Geräte zu erleichtert werden.

Die Überlegung dahinter: beziehen Verbraucher den Energieverbrauch verstärkt in ihre  Kaufentscheidung ein, veranlasst dies die Hersteller dazu, den Energieverbrauch ihrer angebotenen Produkte zu reduzieren. Denn die Erhöhung der Effizienz energieverbrauchsrelevanter Produkte ist ein wichtiger Beitrag zur geplanten Steigerung der Energieeffizienz um 20% in der EU bis 2020.

Kennzeichnungspflichtige Produktgruppen

Seit der Einführung der EU-Energielabel wurde eine Vielzahl von Produktgruppen für kennzeichnungspflichtig erklärt, dazu gehören: Kühl- und Gefriergeräte, Staubsauger, Lampen und Leuchten, Waschmaschinen, Wasch- und Wäschetrockner, Elektrobacköfen, Dunstabzugshauben, Geschirrspüler, Klimageräte sowie Fernseher und Weinlagerschränke.

Das aktuelle EU-Energielabel ist sprachenunabhängig gestaltet und wird in allen EU-Staaten einheitlich eingesetzt. Da in einigen Produktgruppen, die schon länger mit dem EU-Energielabel gekennzeichnet werden, bereits die Mehrzahl der auf dem Markt befindlichen Geräte in der Produktgruppe A oder höher eingeordnet waren, ist es nach der aktuellen Richtlinie möglich, neben der herkömmlichen Skala der Energieeffizienzklassen (EEK) von A bis G auch die Klassen A+, A++ und A+++ einzusetzen. Im Gegenzug werden jeweils die unteren Klassen entfernt.

Neben der Energieeffizienzklasse enthält das Label meist Angaben zum absoluten Energie-verbrauch, in der Regel in kWh pro Jahr bei einer angenommenen typischen Nutzung des Produkts. Zusätzliche Informationen zu anderen relevanten Produkteigenschaften – wie beispielsweise zur Art der Energieversorgung, Größe, Geräuschemission oder zu Zusatzfunktionen – werden bildhaft in Piktogrammen dargestellt.

Zuständig für die Marktüberwachung sind die Bundesländer. Hierzu werden im Energieverbrauchskennzeichnungsgesetz (EnVKG) und in der Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (EnVKV) die Befugnisse der Behörden geregelt und Vorgaben für die Stichprobenkontrollen und das Vorgehen bei festgestellten Verstößen gemacht. Verstöße werden den zuständigen EU-Behörden gemeldet, alle vier Jahre erfolgt eine umfassende Berichterstattung.

Verpflichtungen für Hersteller

Mit der Veröffentlichung eines Delegierten Rechtsaktes für eine Gerätegruppe beginnt eine darin festgelegte Übergangsfrist zur Umstellung der Energieverbrauchskennzeichnung. Spätestens nach Ablauf dieser Frist müssen Gerätehersteller jedem ausgelieferten Gerät ein EU-Label beilegen. Außerdem müssen alle für den Energieverbrauch relevanten Daten in der technischen Dokumentation aufgeführt sein.

Informationen zum Energieverbrauch oder zur Energieeffizienzklasse müssen darüber hinaus in sämtlichen Produktbroschüren oder technischen Handbüchern – ob gedruckt oder online – gelistet werden. Liegt dem Gerät keine Broschüre bei, muss das Datenblatt mit den für das EU-Label relevanten Produktinformationen zur Verfügung gestellt werden. Der Hersteller ist für die Richtigkeit der Angaben auf dem Etikett und auf dem Datenblatt verantwortlich.

Stromsparthemen

Downloads

Broschüre: Strom sparen im Haushalt

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Broschüre: Energiespartipps für TV, PC & Co.

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Broschüre: Energiespartipps für die Beleuchtung

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Broschüre: Das EU-Energielabel – Entscheidungshilfe für Verbraucher

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Broschüre: Energiespartipps für Haushaltsgeräte

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Flyer: Kleiner Ratgeber für den Lampenkauf

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